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Content Marketing: Einfach erklärt [mit vielen Beispielen]

Content Marketing leicht erklärt

Heruntergebrochen besteht Content Marketing aus drei Phasen: Dem Finden von interessanten Inhalten, dem Erstellen von guten Beiträgen und der klugen Distribution. Diese drei Bereiche basieren im Idealfall auf deiner ausgearbeiteten Content Marketing Strategie.

Du hast noch keine? Dann lass uns damit starten!

Inhalt von Content Marketing – einfach erklärt:
1. Wie entwickle ich eine Content Marketing Strategie?
2. Ideen finden
3. Interessante Inhalte erstellen
4. Content Marketing Distribution
5. Best Practices

Wie entwickle ich eine Content Marketing Strategie?

Eine Content Marketing Strategie ist die Basis für deinen Blog, deinen Newsletter oder deine Profile in den Sozialen Medien. Auch wenn sich dieser Beitrag vor allem auf Blogs als Content Hub fokussiert, gelten die gleichen Prinzipien auch für andere Plattformen.

Im Wesentlichen definierst du in deiner Content Marketing Strategie folgende Punkte:

  • Ziel
  • Zielgruppe
  • Thema
  • Content Pillars
  • Definition des Content Hubs
  • Plattformen
  • Frequenz

Ziel und Zielgruppe von Content Marketing

Zuallererst solltest du dir Gedanken machen, welche Ziele du mit deinem Content verfolgst. Das kann Brand Awareness sein, Ankurbelung von Verkäufen, Lead-Generierung, oder auch bessere Sichtbarkeit im Internet. Danach entwickelst du deine Zielgruppe. Deine Content Marketing Zielgruppe ist nicht zwingend die gleiche Zielgruppe wie für deine Produkte oder deine Dienstleistungen, z.B. wenn du durch Content Marketing eine neue, jüngere Zielgruppe ansprechen möchtest.

Um dir deine Zielgruppe vor Augen zu führen, kannst du Personas erstellen. Für den Anfang reicht es aber auch, wenn du Alter, Geschlecht, Einkommen und Interessen definierst

Thema und Content Pillars definieren

Nun geht es ans Wesentliche: Das Thema. Anders als die Zielgruppe, sollte dein Thema zumindest indirekt mit deinem Produkt oder deiner Dienstleistung in Verbindung stehen. Damit du das Thema wirklich besetzten kannst und deine Zielgruppe erreichst, solltest du dir eine kleinere Nische suchen

Beispiel: 
Deine Firma stellt Küchengeräte her, dein Blog soll sich mit Kochen beschäftigen. Da das Oberthema “Kochen” aber viel zu groß ist, definierst du eine kleine Nische: “Kochen mit Kindern”. 
Wenn du dein Oberthema gefunden hast, solltest du dir noch Content Pillars überlegen. Content Pillars sind Unterbereiche oder Säulen, die dein Oberthema tragen. Für unseren Kochen mit Kindern Blog könnten die Content Pillars wie folgt aussehen: “Rezepte”, “Tipps und Tricks” und “Zubehör”.
Jeder Inhalt, den du nun erstellst, sollte in eine der drei Kategorien passen.

Content Hub definieren

Dein Content Hub ist das Herzstück deines Projekts. Hier veröffentlichst du deinen originären Content, hierum baust du deine Inhalte auf. Content Hubs sind Klassischerweise oft Blogs, es kann sich aber auch um einen Newsletter, einen Podcast, einen Youtube Channel oder andere Kanäle drehen.
Deine Inhalte erstellst du primär für deinen Content Hub, auf anderen Kanälen verlängerst du deinen Content.
Welche Plattform du wählst liegt bei dir, bei der Entscheidung solltest du dich aber nach Zielgruppe und deinen verfügbaren Ressourcen richten.

Wähle Plattformen aus, mit denen du starten möchtest

Wenn du deinen Hauptkanal definiert hast, solltest du dir überlegen, welche Plattformen du ergänzend nutzen möchtest, um deine Inhalte auszuspielen und mit deinen Kunden in Kontakt zu treten.

Beispiel:
Für den “Kochen mit Kindern” haben wir uns für einen Blog als Content Hub entschieden. Ergänzend bespielen wir Youtube und Instagram, da wir hier junge Familien erreichen können. Auf Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Reddit verzichten wir.

Frequenz festlegen

Nun weißt du, welche Inhalte du wo spielen möchtest. Jetzt musst du noch überlegen, wann und wie oft du Inhalte veröffentlichen möchtest. Du solltest hier realistisch denken und lieber klein anfangen.
Vielleicht hast du schon gelesen, dass eine hohe Frequenz für den Erfolg deines Projektes maßgeblich ist. Hier widerspreche ich. Im Internet haben wir inzwischen den Content Peak erreicht, es gibt viel mehr Inhalt als man konsumieren kann. Mittelklassige Texte und Videos werden dich nicht weiterbringen. Konzentriere dich stattdessen auf hochwertige, originäre Inhalte.

Beispiel:
Auf unserem Blog veröffentlichen wir einmal in der Woche einen neuen Beitrag, immer montags. Instagram bespielen wir fünfmal die Woche, nur an Wochentagen. Bei Youtube laden wir einmal im Monat ein neues Video hoch.

Sobald du diese Dinge festgelegt hast, kannst du endlich mit den drei Phasen des Content Marketings starten!

Ideen für Content Marketing finden

Je nach Branche unterscheidet sich die Ideensuche natürlich. Trotzdem gibt es universelle Ansätze, die ich jedem empfehlen kann:

  • Keyword Recherche
  • Neue Trends
  • Social Listening
  • Customer Support
  • Eigenes Know-How

Keywords Recherche
Die Keyword Recherche ist ein Universum für sich. Im Wesentliche geht es darum, Keywords zu finden, um die du deinen Texte aufbauen kannst. Gute Keywords haben ein hohes Suchvolumen, aber eine niedrige Schwierigkeit. Das heißt konkret: Andere suchen nach diesen Begriffen, aber es gibt nicht viele Mitbewerber, die zu diesen Begriffen auftauchen. Statt einfacher Begriffe, wie. z.B. “Kochen”, sollte man sich hier besonders auf Longtail-Keywords fokussieren, z.B. “Kochen mit wenigen Zutaten”. 

Für die Keyword Recherche gibt es viele kostenpflichtige Tools wie Ahrefs oder Moz. Aber auch kostenlose wie keyword.io oder ubersuggest. Außerdem empfehle ich einen Blick in Google Search und die Google Search Console.

Neue Trends
In jeder Branche gibt es Trends und Innovationen. Die können sehr schnelllebig sein (Fashion-Bereich) oder recht langsam (Automobilindustrie). Als Experte für dein Thema solltest du solche Trends identifizieren und einordnen können. Das Abonnieren von Fachmagazinen und das Besuchen von Events hilft hier und wird dich auf viele kreative Ideen bringen.

Online kannst du zum Beispiel Exploding Topics und Google Trends nutzen, um aktuelle Themen schnell zu erkennen und deine Themen darum zu stricken.

Social Listening
Jede Branche hat ihre Community und du solltest ihr zuhören. Indem du in fachrelevanten Foren unterwegs bist und deiner Zielgruppe auf Twitter, Instagram und Co folgst, erfährt du, was sie gerade interessiert. So kannst du auf neue Themen aufspringen, interessante Nischen entdecken und erstellst garantiert Inhalte, die deine Community bewegt. 

Customer Support
Wenn du einen Unternehmensblog aufbaust, solltest du im regelmäßigen Kontakt mit dem Kundenservice stehen. Hier sammeln sich Fragen, Frustration und Probleme von deiner Zielgruppe. Diese Themen aufzubereiten entlastet nicht nur deine Kollegen, sondern sichert dir auch Klicks. 

Eigenes Know-How
Für deine Branche bist du selbst wahrscheinlich mittlerweile Experte. Vertrau dir selbst und deinem Wissen und suche Themen, über die du schreiben kannst. Dies können Erfahrungsberichte sein, Tipps zu hilfreichen Tools, aber auch spannende Interviews.

Ein guter Mix aus allen Methoden führt am Ende zu hochwertigen Content, der auch gesucht und gefunden wird. Wenn du mit dem Kundenservice gesprochen hast, solltest du die Themen mitnehmen und herausfinden, wie nach diesen Themen online gesucht wird. Du verbindest also die Zusammenarbeit mit dem Customer Support mit der Keyword Recherche.

Gute Blogs heben sich durch einzigartigen Content von anderen ab. Dein Ziel sollte immer sein, selbst Ideen zu finden. Von der Konkurrenz abzuschreiben sorgt vielleicht für schnelle Inhalte, aber liefert dir langfristig keinen Vorteil.

Gute Beiträge erstellen

Um hochwertige Beiträge zu erstellen, brauchst du ein Händchen für’s Texten. Der Text sollte sinnvoll gegliedert sein, gut formatiert und natürlich grammatikalisch korrekt. Ich benutze das Browser Add-On von grammarly, um meine Texte auf Rechtschreibfehler zu überprüfen.

Ein gelungener Blog lebt auch von der Vielfältigkeit. Statt nur reine Blogartikel zu schreiben, kannst du Case Studies veröffentlichen, Geschichten mit Daten erzählen, Interviews führen oder Kommentare zu aktuellen Themen schreiben. Ein durchdachte Mischung macht deinen Blog nahbar, persönlich und abwechslungsreich.

Durch eine multimediale Aufbereitung wird die Vielfältigkeit weiter unterstützt. Du kannst die Texte zum Beispiel zusätzlich als Audio anbieten, Videos hinzufügen und natürlich Bilder und Screenshots, wo es Sinn macht. Ansprechende Montagen erstellst du mit canva, beeindruckende Fotos findest du bei unsplash, Überzeugende Infografiken erstellst du mit datawrapper oder q.tools. 

Auch eine durchdachte Nutzerführung gehört zur guten Aufbereitung deiner Inhalte. Dafür setzt du Links, interne sowie externe, die zu weiterführende Informationen leiten. Unter deinen Artikel kannst du Empfehlungen zu anderen Artikeln platzieren. So hältst du den Nutzer auf deiner Seite. Dein Redaktionskalender sollte so geplant sein, dass deine Inhalte aufeinander aufbauen und sich aufeinander beziehen können.

Content Marketing Distribution

Bei der Distribution sprechen wir von der Verteilung deiner Inhalte. Wie teilst du neue, aber auch ältere Beiträge mit deiner Community? Und wie sorgst du dafür, dass beständig Menschen auf deinen Blog kommen? 

Wie bekomme ich Leser auf meinen Blog?

Auch hier gibt es mehrere bewährte Methoden:

  • Organic Search
  • Paid Ads
  • Verlängerung über Social Media
  • Newsletter
  • Influencer
  • Foren
  • Backlinks

Organic Search
Die organische Suche ist eine langfristige und nachhaltige Methode, um Besucher auf deinen Blog zu bekommen. Um in den Suchergebnissen weit oben zu erscheinen, musst du dich mit Suchmaschinenoptimierung (SEO) auseinandersetzen. 

Das ist erst einmal aufwändig, lohnt sich aber auf langer Sicht. Gute Sichtbarkeit bei Google & Co sorgt dafür, dass du auch für ältere Artikel beständig Klicks bekommst.

Das Ziel von SEO ist es, dass deine Beiträge möglichst weit oben in den Suchergebnissen auftauchen, also ein gutes Ranking haben. Je weiter oben deine Beiträge zu bestimmten Suchbegriffen erscheinen, desto mehr Klicks, sprich Leser, bekommst du.

Eine Trendübersicht findest du in dem Artikel 10 Dinge, du du 2020 noch über SEO wissen musst.

Paid Ads
Ich bin kein Ad-Experte und empfehle auch dir, bezahlte Anzeigen für Content Marketing nur dann zu schalten, wenn du einen Profi hast, der dich dabei unterstützt. Da hier, je nach Ausrichtung, viel Geld drin steckst, müssen Kampagnen richtig aufgesetzt und optimiert werden. 

Wenn du qualitativ hochwertige Inhalte produziert und deine Kampagnen auf die richtige Zielgruppe ausrichtest (Targeting), kann sich das allerdings sehr lohnen.

Verlängerung über Social Media
Das Verbreiten von Blogartikeln über Social Media ist ein Klassiker und macht natürlich Sinn. Für jedes Netzwerk gibt es eigene Best Practices, die du dir vorher durchlesen solltest. Als Faustregel gilt allerdings: Wenn du die Profile nur erstellst, um deine eigenen Inhalte zu verbreiten, wirst du keinen Erfolg haben. 

Social Media lebt von Austausch, Community und Trends. Wie in der Content Strategie festgelegt, fangen mit wenigen Netzwerken an, die zu deinem Content passen und probiere dich langsam aus. 

Instagram: Foto-Netzwerk, das vor allem von ansprechenden Fotografien lebt. Ein gute Bildsprache und eine hohe Frequenz sind hier Pflicht.

Twitter: Micro-Blogging-Dienst, der sehr textlastig ist. In Deutschland treiben sich hier vor allem Journalisten und Medienschaffende rum.

Youtube: Video-Netzwerk, das vor allem durch quirligen Content auffällt. Anleitungs- und Erklärvideos funktionieren hier für Marken sehr gut. 

Facebook: Userzahlen stagnieren, doch durch Features wie Gruppen kann sich ein kluges Konzept schnell auszahlen.

Tipp: Poste nicht nur aktuellen Content, sondern auch Artikel, die schon weiter zurückliegen.

Newsletter
Newsletter erleben gerade ein kleines Comeback und mittlerweile bietet fast jeder Blog einen an. Oftmals sind die Newsletter nur eine Zusammenfassung der kürzlich veröffentlichten Beiträge. Dies bietet für deine Leser wenig Mehrwert, daher würde ich davon eher absehen.

Wenn du dich dazu entscheidest, einen Newsletter zu starten, sollte er Mehrwert bieten und die Inhalte deines Blogs erweitern und nicht einfach reproduzieren. Zum Beispiel durch ein persönliches Intro, kuratierte Inhalte und exklusive Inhalte für Newsletter-Abonnenten. 

Influencer
Wenn ein Influencer deiner Industrie / Nische deinen Artikel teilt, wird dir das einen großen Zuwachs an Traffic und an neuen Lesern bescheren. Dies zu erreichen ist zugegeben schwer, aber machbar. Gute Inhalte und eine professionelle Aufbereitung helfen dabei. 

Foren
Egal, ob Fachforum oder Foren-ähnliche Netzwerke wie Reddit und Quora, hier kannst du richtig was holen. Dieser Schritt ist ein Must-Do, wenn du gerade erst startest und noch keine große Leserschaft verzeichnen kannst.

Das Prinzip: Du springst auf Themen auf, zu denen du Artikel geschrieben hast und verlinkst deine Beiträge.

Backlinks
Wenn du deinen Content Marketing Job gut machst, wirst du wie von allein Backlinks ernten. Doch bis dahin ist es ein langer Weg. Eine Möglichkeit, um an Backlinks zu kommen sind Outreach-E-Mails. 

Content Marketing Best Practices

Für den Schluss hab ich noch zwei Beispiele für gutes Content Marketing herausgesucht. Diese Best Practices zeigen dir, wie gute Inhalte funktionieren können.

She’s Mercedes – Content Marketing für eine Premiummarke
Hauptchannel: Newsletter
Zielgruppe: junge, berufstätige Frauen
Ziel: Gewinn einer neuen, jungen Zielgruppe

Der She’s Mercedes Newsletter von Mercedes ist ein tolles Beispiel für gelungene Inhalte. Der Newsletter erscheint einmal im Monat und als Autorinnen fungieren verschiedene Bloggerinnen, u.a. Jessie Weiß. Jeden Monat wird eine Frau im Newsletter vorgestellt und interviewt.

ottonova – Content Marketing für Versicherungen
Hauptchannel: Blog/Magazin
Zielgruppe: junge Digitale
Ziel: Kundengewinnung, Autorität

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